Onkologie - spezialisierte Tumortherapie

Peritonealkarzinose - Bauchfellkarzinose - Bauchfellkrebs
chirurgische Onkologie - regionale Chemotherapie - Peritonektomie

Nierenzellkarzinom

Was ist ein Nierenzellkarzinom?

Das Nierenzellkarzinom (auch Nierenkarzinom oder Adenokarzinom der Niere genannt) ist eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen in bestimmten Geweben der Niere gefunden werden. Das Nierenzellkarzinom ist eine der selteneren Krebsarten. Es tritt bei Männern häufiger als bei Frauen auf.

Die Nieren sind zwei gleichartige Organe die jeweils neben dem Rückgrat liegen. Die Nieren eines Erwachsenen sind etwa 13 cm lang und 8 cm breit und haben eine typische Form (bohnenförmig). In jeder Niere befinden sich kleine Röhrchen, durch die das Blut gefiltert und von Abfallstoffen gereinigt wird. Diese werden im Urin ausgeschieden. Der in den Nieren produzierte Urin wird über den Harnleiter in die Blase geleitet, die den Urin auffängt und bis zum Wasserlassen im Körper hält. Das Nierenzellkarzinom ist ein Krebs der Zellschicht, die diese Röhrchen (Tubuli) der Niere auskleidet. Informationen über Krebs, der in dem Teil der in dem Teil der Niere gefunden wurde, in dem der Urin gesammelt und in die Harnleiter befördert wird (das Nierenbecken) oder in den Harnleitern, finden Sie bitte in den Patienteninformationen unter Urothelkarzinom (Karzinom des Übergangsepithels) des Nierenbeckens und Harnleiters.

Sollten eines oder mehrere der folgenden Symptome (Anzeichen) beobachtet werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden: Blut im Urin, ein Knoten im Bauch, Flankenschmerz, der sich nicht bessert. Müdigkeit, Appetitverlust, ungewollter Gewichtsverlust und Anämie (Blutarmut, d.h. zu wenig rote Blutzellen) können auch Symptome sein.

Wenn es Zeichen für eine Krebserkrankung gibt, wird der Arzt gewöhnlich den Bauch nach Knoten abtasten. Der Arzt kann eine spezielle Röntgenuntersuchung anordnen, die intravenöse Pyelographie (oder intravenöse Urographie) genannt wird. Bei dieser Untersuchung wird ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt. Das erlaubt dem Arzt, die Niere auf dem Röntgenbild besser zu erkennen. Der Arzt kann auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), welche Schallwellen benutzt, um Tumore zu finden, oder eine spezielle Röntgenuntersuchung, die Computertomographie (CT) genannt wird, durchführen, um Tumore im Bauchraum zu finden. Eine weitere Spezialuntersuchung, die Magnetresonanztomographie (auch MRT, NMR oder Kernspintomographie genannt), könnte durchgeführt werden. Hierbei werden Magnetfelder benutzt, um Bilder vom Inneren des Körpers zu machen, und so eventuell Tumore zu finden.

Die Heilungschancen (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängt ab vom Stadium des Krebs (d.h. ob er nur in der Niere wächst, oder ob er sich schon in andere Körperteile ausgedehnt hat) und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Nierenzellkarzinoms

Wenn ein Nierenzellkarzinom gefunden wurde, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob Krebszellen sich in andere Körperteile ausgebreitet haben. Dies nennt man Stadieneinteilung. Um eine Therapie festzulegen, muss Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Für das Nierenzellkarzinom gilt folgende Stadieneinteilung:

Stadium I

Der Krebs befindet sich nur in der Niere.

Stadium II

Der Krebs hat sich in das Fettgewebe in der Umgebung der Niere ausgebreitet, aber er hat noch nicht weitere Strukturen, wie die Kapsel, die die Niere umgibt, erreicht.

Stadium III

Der Krebs ist in das Hauptgefäß, welches das gesäuberte Blut aus der Niere heraustransportiert (Nierenvene), in das Gefäß, welches Blut aus der unteren Körperhälfte zum Herzen transportiert (untere Hohlvene), oder in Lymphknoten, die um die Niere herum liegen, eingewachsen. (Lymphknoten sind kleine bohnenartige Strukturen, die überall im Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, welche Infektionen bekämpfen). )

Stadium IV

Der Krebs hat sich auf nahegelegene Organe, wie Darm oder Bauchspeicheldrüse oder in andere Körperteile, wie die Lunge, ausgebreitet.

Rezidiv

Ein Rezidiv bedeutet, dass der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann an der ursprünglichen Stelle oder an einer ganz anderen Stelle des Körpers wiederauftreten.

ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie das Nierenzellkarzinom behandelt wird

Es gibt für die meisten Patienten mit Nierenzellkarzinom eine Behandlung. Es gibt fünf Behandlungsmöglichkeiten:

  • Operation (der Tumor wird operativ entfernt)
  • Chemotherapie (Medikamente werden zur Abtötung der Krebszellen eingesetzt)
  • Strahlentherapie (Anwendung hoher Dosen von Röntgenstrahlen oder anderer hochenergetischer Strahlen zum Abtöten der Krebszellen)
  • Hormontherapie (es werden Hormone eingesetzt, um das Wachstum der Krebszellen zu stoppen)
  • Biologische Therapie (Nutzen des körpereigenen Immunsystems, um den Krebs zu bekämpfen)

 

Der chirurgische Eingriff ist eine häufig angewendete Behandlung des Nierenzellkarzinoms. Der Arzt kann den Krebs mit einer der folgenden Techniken entfernen:

  • Bei der partiellen Nephrektomie werden der Krebs und umgebende Teile der Niere entfernt. Das wird gewöhnlich nur in besonderen Fällen getan, z.B. wenn die andere Niere beschädigt ist, oder bereits entfernt wurde.
  • Bei der einfachen Nephrektomie wird die gesamte betroffene Niere entfernt. Die Niere der anderen Körperseite kann die notwendige Filterleistung alleine erbringen.
  • Bei der radikalen Nephrektomie wird die Niere komplett mit dem umgebenden Gewebe entfernt. Einige Lymphknoten aus der Region können auch entfernt werden.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung kann von einer Maschine außerhalb des Körpers kommen (externe Bestrahlung) oder aus strahlenden Materialien, die durch kleine Plastikschläuche in das vom Krebs betroffene Gebiet eingeführt werden (interne Bestrahlung). Die Bestrahlung kann alleine, vor oder nach einem chirurgischen Eingriff und/oder Chemotherapie durchgeführt werden.

Bei der Hormontherapie werden Hormone benutzt, um das Wachstum der Krebszellen zu stoppen. Die Hormone können in Tablettenform oder als Spritze verabreicht werden.

Die biologische Therapie versucht, den Körper anzuregen, selbst gegen den Krebs zu kämpfen. Sie nutzt Material, das der eigene Körper herstellt oder das in einem Labor hergestellt wurde, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wieder aufzubauen. Biologische Therapie wird manchmal auch als Veränderung des biologischen Antwortverhaltens (englisch BRM) oder Immuntherapie bezeichnet.

Manchmal wird bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms eine spezielle Methode eingesetzt, die arterielle Embolisation genannt wird. Hierbei wird ein dünner Schlauch (Katheter) benutzt, um kleine Stückchen eines speziellen Gelatine-Schwamms in das Hauptgefäß, welches in die Niere führt, einzubringen, so dass kleine Blutgefäße, die den Tumor ernähren, blockiert werden. Das führt dazu, dass die Krebszellen weder Sauerstoff noch andere Substanzen, die sie zum Wachsen brauchen, bekommen.

Behandlung je nach Stadium

Die Art der Behandlung von Nierenzellkarzinomen hängt vom Typ und vom Stadium der Erkrankung, sowie dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht.

STADIUM I DES NIERENZELLKARZINOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
  1. Chirurgische Entfernung der Niere und der umgebenden Gewebe (radikale Nephrektomie). Lymphknoten der Region können auch entfernt werden.
  2. Chirurgische Entfernung nur der Niere (einfache Nephrektomie).
  3. Chirurgische Entfernung des Nierenanteils, in dem der Krebs gefunden wurde (partielle Nephrektomie).
  4. Externe Bestrahlung, um bei Patienten, die nicht operiert werden können, Symptome zu lindern.
  5. Einbringung von kleinen Stückchen eines speziellen Gelatineschwamms in das Hauptgefäß, das zur Niere führt (Nierenarterie), um den Blutfluss zu den Krebszellen zu unterbinden (arterielle Embolisation). Dieses wird gewöhnlich nur bei Patienten die nicht operiert werden können gemacht.

STADIUM II DES NIERENZELLKARZINOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
  1. Chirurgische Entfernung der Niere und der umgebenden Gewebe (radikale Nephrektomie). Lymphknoten der Region können auch entfernt werden.
  2. Externe Bestrahlung vor oder nach einer radikalen Nephrektomie.
  3. Chirurgische Entfernung des Nierenanteils, in dem der Krebs gefunden wurde (partielle Nephrektomie).
  4. Externe Bestrahlung, um bei Patienten, die nicht operiert werden können, Symptome zu lindern.
  5. Einbringung von kleinen Stückchen eines speziellen Gelatineschwamms in das Hauptgefäß, das zur Niere führt (Nierenarterie), um den Blutfluss zu den Krebszellen zu unterbinden (arterielle Embolisation). Dieses wird gewöhnlich nur bei Patienten die nicht operiert werden können gemacht.

STADIUM III DES NIERENZELLKARZINOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
  1. Chirurgische Entfernung der Niere und der umgebenden Gewebe (radikale Nephrektomie). Lymphknoten der Region können auch entfernt werden. Wenn der Krebs in Blutgefäße, die Blut von der Niere transportieren (die Nierenvene oder die untere Hohlvene), eingewachsen ist, können Teile dieser Gefäße ebenfalls entfernt werden.
  2. Einbringung von kleinen Stückchen eines speziellen Gelatineschwamms in das Hauptgefäß, das zur Niere führt (Nierenarterie), um den Blutfluss zu den Krebszellen zu unterbinden (arterielle Embolisation) und anschließende radikale Nephrektomie.
  3. Externe Bestrahlung, um Symptome zu lindern.
  4. Arterielle Embolisation, um Symptome zu lindern.
  5. Chirurgische Entfernung der Niere (einfache oder radikale Nephrektomie), um Symptome zu lindern.
  6. Externe Bestrahlung vor oder nach einer radikalen Nephrektomie.

STADIUM IV DES NIERENZELLKARZINOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
  1. Biologische Therapie.
  2. Externe Bestrahlung, um Symptome zu lindern.
  3. Chirurgische Entfernung der Niere (Nephrektomie), um Symptome zu lindern.
  4. Wenn der Krebs sich nur in die Gegend um die Niere herum ausgebreitet hat, kann eine chirurgische Entfernung der Niere und des umgebenden Gewebes erfolgen (radikale Nephrektomie). Wenn der Krebs sich in eine begrenzte Region ausgedehnt hat, kann eine chirurgische Entfernung der Tochtergeschwulst (Metastase) zusätzlich zur radikalen Nephrektomie durchgeführt werden.

REZIDIVIERENDES NIERENZELLKARZINOM

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
  1. Biologische Therapie.
  2. Externe Bestrahlung, um Symptome zu lindern.
  3. regionale Chemotherapie.


Literatur:
Übersetzung PDQ-Patienteninformation
Dr. Gustav Quade, Uni Bonn

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