Onkologie - spezialisierte Tumortherapie

Peritonealkarzinose - Bauchfellkarzinose - Bauchfellkrebs
chirurgische Onkologie - regionale Chemotherapie - Peritonektomie

Ovarialkarzinom

Was ist Eierstockkrebs? (Ovarialkarzinom, Ovarialcarcinom)

Krebs der Eierstöcke ist eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen in den Eierstöcken gefunden werden. Bei etwa 25 000 Frauen wird diese Erkrankung in den USA jährlich diagnostiziert. Ein Eierstock ist ein kleines Organ im Becken, das weibliche Hormone produziert und die Eizellen enthält, aus denen sich nach der Befruchtung ein Kind entwickeln kann. Es gibt zwei Eierstöcke: einer auf der linken Seite der Gebärmutter (der birnenförmige Hohlraum, in dem sich ein Kind entwickelt) und einer auf der rechten. Dieses PDQ Dokument enthält Informationen über Krebs, der von der Oberfläche (Epithel) des Eierstocks ausgeht. Krebs, der von den Eier bildenden Zellen ausgeht, wird "Keimzelltumor des Eierstocks" genannt und in einem separaten PDQ-Dokument über Keimzelltumoren des Vars behandelt.

Unglücklicherweise wird bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen mit Eierstockkrebs ein fortgeschrittenes Stadium diagnostiziert. Obwohl Frauen mit Eierstockkrebs manchmal schon im frühen Stadium Beschwerden wie unklare Bauchbeschwerden, Druck im Becken und Schmerzen haben, verspüren Frauen im Frühstadium weit häufiger keine Symptome oder nur sehr geringe und unspezifische Beschwerden. Zu dem Zeitpunkt, an dem Beschwerden vorhanden sind, sind Frauen mit Eierstockkrebs gewöhnlich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Da Eierstockkrebs auf das Bauchfell (Peritoneum) übergreifen kann, in dem Darm, Gebärmutter und Eierstöcke liegen, haben viele Frauen mit Eierstockkrebs Flüssigkeit im Bauchraum (genannt "Aszites"), die den Leib aufbläht. Wenn der Krebs auf das Zwerchfell (Muskel unter der Lunge, der die Atmung kontrolliert) übergegriffen hat, kann sich Flüssigkeit unter den Lungen bilden und Atemnot hervorrufen.

Einige Frauen haben wegen einer familiären Belastung mit Eierstockkrebs ein größeres Risiko, Eierstockkrebs zu bekommen. Frauen, bei denen zwei oder mehr nahe Familienangehörige von Eierstockkrebs betroffen sind oder waren, könnten ein familiäres Krebssyndrom haben (gehäuftes Auftreten von verschiedenen Krebsarten in einer Familie) und sollten im Hinblick auf ihr eigenes Risiko für weitere Krebserkrankungen bei einem qualifizierten Spezialisten Rat suchen. Eine Frau mit einer nahen, betroffenen Verwandten (Mutter, Schwester oder Tochter) trägt ein Risiko von 5.0% während Ihres Lebens an Eierstockkrebs zu erkranken. Das vergleichbare Risiko für Frauen ohne betroffene Verwandte beträgt 1.5%. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nach aktuellem Wissen und mit den zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung für Frauen mit nur einer oder ohne betroffene Verwandte nicht empfohlen werden.

Ihre Aussicht auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, der Art und Größe Ihres Tumors und vom Stadium Ihrer Krebserkrankung ab.

ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom, Ovarialcarcinom)

Wenn Eierstockkrebs entdeckt wird, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob der Krebs sich auch auf andere Regionen des Körpers ausgebreitet hat (Staging). Eine Operation, "Laparotomie" genannt, wird bei fast allen Patientinnen durchgeführt, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Hierzu muss Ihr Arzt den Bauchraum öffnen und sorgfältig alle Organe auf Krebsbefall untersuchen. Während der Operation wird Ihr Arzt kleine Gewebeproben (Biopsie) entnehmen, um unter dem Mikroskop nachzusehen, ob sie Krebszellen enthalten. Gewöhnlich wird der Arzt während einer Laparotomie den Tumor und andere Organe, die vom Krebs befallen sind, entfernen (siehe auch im Abschnitt: Wie das Ovarialkarzinom behandelt wird). Um die Therapie festzulegen, muss Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Beim Eierstockkrebs gibt es die folgenden Stadien:

Stadium I

Der Krebs befindet sich nur in einem Eierstock oder in beiden Eierstöcken.

Stadium II

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke befallen, und/oder hat die Gebärmutter befallen, und/oder die Eileiter (die Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter, durch die die Eizelle wandert), und/oder andere Gewebe im Beckenbereich.

Stadium III

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke, Lymphknoten oder andere Gewebe und Organe in der Bauchhöhle befallen, so wie z.B. die Oberfläche der Leber oder des Darmes. (Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Gewebestrukturen, die im ganzen Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen. )

Stadium IV

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke befallen, außerdem Organe oder Gewebe außerhalb der Bauchhöhle oder das Innere der Leber.

Rezidivierend oder Therapierefraktär

Ein Rezidiv bedeutet, dass der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Therapierefraktär bedeutet, dass der Krebs nicht mehr auf die Therapie reagiert.

ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie Eierstockkrebs behandelt wird:

Es gibt für alle Patienten mit Eierstockkrebs Behandlungsmöglichkeiten. Drei Arten der Behandlung kommen in Frage:

  • Operation (der Tumor wird operativ entfernt)
  • Bestrahlung (hohe Dosen von Röntgenstrahlen werden angewendet, um Krebszellen abzutöten)
  • Chemotherapie (Medikamente werden zur Abtötung der Krebszellen eingesetzt)

Ein angemessener und vollständiger chirurgischer Eingriff ist die unverzichtbare erste Therapie beim Eierstockkrebs und erlaubt eine präzise Stadienzuordnung, genaue Diagnose und eine optimale Verminderung der Tumormasse (Entfernen von möglichst viel Tumorgewebe). Eine derartige Operation beinhaltet eine "totale Hysterektomie", "beidseitige Salpingoophorektomie" (Entfernung der Eileiter und Eierstöcke), "Netzresektion" (Entfernung einer fetthaltigen Gewebeabdeckung innerhalb des Bauchraumes) und "Lymphadenektomie" (Entfernung von Lymphknoten). Eine aggressive Vorgehensweise bei der Tumorreduktion ist beim Eierstockkrebs wichtig, denn die Entfernung von möglichst viel Tumorgewebe ist mit einer Verlängerung der Überlebenszeit verbunden. Diese Operation wird am besten durch einen qualifizierten gynäkologischen Krebsspezialisten durchgeführt, einem chirurgisch tätigen Frauenarzt mit besonderer Erfahrung bei Tumoren im Becken.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Strahlentherapie) kommen oder von einer radioaktiv strahlenden Flüssigkeit, die direkt in die Bauchhöhle (Peritoneum) eingefüllt wird (intraperitoneale Strahlentherapie).

Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung der Krebszellen ein. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper über eine in eine Vene eingeführte Nadel zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb der Eierstöcke zerstören. Chemotherapie kann auch mittels einer Nadel durch die Bauchwand in das Bauchfell (intraperitoneal) verabreicht werden.

Eine weitere Form der regionalen Applikation von Zytostatika ist die so genannte isolierte Abdomenperfusion. Mit dieser Therapie ist es möglich durch Etablierung eines externen Kreislaufs für den Bauchraum die Konzentration der Zytostatika so weit zu erhöhen, dass sie die einer Hochdosis-Therapie mit Stammzelltransplantation um ein mehrfaches übersteigt. Die Methode ist nur in einigen wenigen spezialisierten Zentren etabliert.

Behandlung je nach Stadium

Die Behandlung des Eierstockkrebs hängt von dem Stadium Ihrer Erkrankung, der Art der Erkrankung, Ihrem Alter, und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

STADIUM I EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Bei allen Frauen mit Eierstockkrebs sollte die operative Stadieneinteilung mit Sorgfalt durchgeführt werden. Bei den meisten Frauen mit Eierstockkrebs im Stadium I wird eine totale abdominelle Hysterektomie, eine beidseitige Salpingoophorektomie, Entfernung des Omentums sowie eine Lymphknoten- und Gewebebiopsie in Becken und Bauchraum durchgeführt. In Abhängigkeit von der Beurteilung der Tumorzellen durch den Pathologen, dem betroffenen spezifischen Zelltyp und der Gradeinteilung des Tumors (wie bösartig die Zellen unter dem Mikroskop aussehen), wird nach der Operation eine zusätzliche Behandlung empfohlen.

STADIUM II EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Ihre Behandlung beinhaltet die operative Entfernung beider Eierstöcke, beider Eileiter, der Gebärmutter und möglichst viel Tumorgewebe (totale abdominelle Hysterektomie und beidseitige Salpingoophorektomie mit Tumorreduktion). Bei der Operation werden Proben von Lymphknoten und anderen Geweben in Becken und Bauchraum herausgeschnitten (biopsiert) und auf Krebs untersucht. Nach der Operation könnte Ihre Behandlung eine der folgenden sein:

  1. Kombinierte Chemotherapie mit oder ohne Strahlentherapie.
  2. Kombinierte Chemotherapie.
  3. Regionale Chemotherapie in Form einer so genannten Abdomenperfusion

STADIUM III EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Ihre Behandlung beinhaltet die operative Entfernung beider Eierstöcke, beider Eileiter, der Gebärmutter und möglichst viel Tumorgewebe (totale abdominelle Hysterektomie und beidseitige Salpingoophorektomie mit Tumorreduktion). Bei der Operation werden Proben von Lymphknoten und anderen Geweben in Becken und Bauchraum herausgeschnitten (biopsiert) und auf Krebs untersucht. Nach der Operation könnte Ihre Behandlung eine der folgenden sein:

  1. Kombinierte Chemotherapie.
  2. Chemotherapie mit eventuell angeschlossener Operation um verbliebenes Tumorgewebe zu entfernen.

STADIUM IV EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Eine Behandlung ist möglicherweise eine Operation um möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen, mit anschließender Chemotherapie.

REZIDIVIERENDES EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Eine Standardtherapie für Rezidive gibt es nicht. Klinische Studien werden gegenwärtig durchgeführt um die Therapien zu beurteilen. Rezidive kann man auf folgende Weise therapieren:

  1. Chemotherapie, eventuell gefolgt von einer Operation.
  2. Regionale hochkonzentrierte Chemotherapie
  3. Operationen, um die Beschwerden, die vom Krebs hervorgerufen werden, zu lindern.
  4. Kombinierte regionale und systemische
  5. Chemotherapie nach Sensitivitäts-Testung


Literatur:
Übersetzung PDQ-Patienteninformation
Dr. Gustav Quade, Uni Bonn

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