Onkologie - spezialisierte Tumortherapie

Peritonealkarzinose - Bauchfellkarzinose - Bauchfellkrebs
chirurgische Onkologie - regionale Chemotherapie - Peritonektomie

Peritonektomie bei Peritonealkarzinose

Ziel des hier vorgestellten Therapiekonzept ist es, im Bauchraum möglichst makroskopisch, als auch mikroskopisch Tumorfreiheit zu erzielen. Dazu werden während der Operation zunächst alle befallenen Bauchfellanteile entfernt, gefolgt von einer Spülung des Abdominalraumes mit einer überwärmten Chemotherapielösung.

Vorteile einer intraoperativen Chemotherapie

  • Hyperthermie erhöht die Penetration der Zytostatika in das Gewebe
  • Hyperthermie erhöht die Zytotoxizität des Chemotherapeutika
  • Hyperthermie besitzt selbst einen zytotoxischen Effekt
  • Intraoperative Chemotherapie ermöglicht die Zerstörung von freien Tumorzellen, bevor sich diese erneut in der Wunde implantieren können.
  • Intraoperative Chemotherapie ermöglicht eine homogene Verteilung der Zytostatika in allen Bereichen des Peritoneums

Indikationen für operative Zytoreduktion plus intraperitoneale Chemotherapie

  • Nichtinvasive peritoneale Carcinose oder Sarcomatose
  • Peritoneale Mesotheliom
  • Begrenzte Peritonealcarcinose invasiver Tumoren
  • Perforierte primäre Gastrointestinal Carcinome
  • primäre T4- Gastrointestinal Carcinome
  • Primäre Gastrointestial Carcinome mit positiver peritonealer Zytologie
  • Palliation von Patienten mit malignem Aszites

 Informationen zur HIPEC

Hypertherme intraoperative Peritonealperfusion (HIPEC)

Einen Befall des Bauchfells durch Tumorzellen nennt man Peritonealkarzinose. Dieser Krebsbefall kann vom Peritoneum selber ausgehen, in der Regel ist er die Folge eines Krebsleidens anderer, meist im Bauchraum gelegener bösartiger Tumoren. Der Tumorbefall kann auf einzelne Abschnitte (Quadranten) oder auf das gesamte Peritoneum ausgedehnt auftreten. Ein Krebsbefall des Peritoneums stellt ein gravierendes medizinisches Behandlungsproblem dar. Denn das Wachstum der Krebszellen im Bauchraum kann zu Verdrängungserscheinungen mit nachfolgenden Funktionsstörungen des Darmes mit dem Risiko des Darmverschluss oder auch zur Bildung von Bauchwasser (Aszites) führen.

Operation

In einer von Paul Sugarbaker entwickelten Operationstechnik ist es möglich, die befallenen Anteile der Baucheingeweide und des Bauchfells abzutragen. Ziel der chirurgischen Maßnahmen ist es, alle sichtbaren Tumorformationen aus dem Bauchraum zu entfernen. Dieser Teil der Operation gliedert sich dabei in zwei verschiedene Schritte: zum einen die Resektion von tumortragenden Organstrukturen, zum anderen die Entfernung von den befallenen Anteilen des Bauchfells. Danach schließt sich der chemotherapeutische Teil der Behandlung an, wobei mittels einer offenen Spülung des Bauchraums mit einer Zytostatika-Lösung auch die mikroskopisch noch vorhandenen Tumorzellen zerstört werden sollen (HIPEC). Die Spülung mit Zytostatika wird dabei unter hyperthermen, also überwärmten Bedingungen ausgeführt.

Chemotherapie

Tumorzellen sind dann am empfindlichsten, wenn sie nicht schon einen sichtbaren Tumor gebildet haben, sondern nur aus einem mikroskopisch kleinen Zellklumpen bestehen. Zu diesem Zeitpunkt können die Chemotherapeutika optimal auf jede einzelne Tumorzelle einwirken und damit auch einen maximalen Effekt erzielen. Nachdem bei der operativen Entfernung der befallenen Tumoranteile des Bauchraums viele Tumorzellen versprengt werden, die in den entstandenen Wunden wieder anwachsen könnten, erscheint es sinnvoll, diese Zellen durch eine, während der Operation verabreichte, Chemotherapie zu zerstören. Der zerstörende Effekt der Zytostatika wird durch die gleichzeitige Anwendung von kontrollierter Wärme (Hyperthermie) gesteigert.

Hyperthermie

Das Wort Hyperthermie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Übererwärmung. Im medizinischen Sinne versteht man heute unter dem Begriff "Hyperthermie" die passive Überwärmung des Körpers oder einzelner Körperteile mittels physikalischer Methoden. Hyperthermie ist eine Therapieform, die bei der Behandlung von verschiedenen Tumorerkrankungen eingesetzt wird. Bei einer solchen Operation wir der Bauchraum für 45 Minuten mit einer erwärmten Chemotherapie - Lösung gespült (HIPEC). Ziel dieser Maßnahme ist es, nicht nur den, bei der Operation entstandenen Zelldetritus zu entfernen, sondern auch möglichst alle noch vorhandenen kleinsten Tumorzellhaufen zu zerstören. Mittels einer solchen hyperthermen Peritonealperfusion (HIPEC) kann im Tumor bzw. im Tumorbett eine Temperatur von mehr als 41 - 42°C erzeugt werden. Da Tumorgewebe in der Regel schlechte Wärmeregulationsfähigkeiten hat, führt eine regionale Überwärmung zu einer Schwellung des Tumorgewebes bei gleichzeitiger vermehrter Durchblutung des umgebenden gesunden Gewebes. Es kommt so zu einer Minderdurchblutung im Tumorgewebe mit der Folge einer direkten, wärmebedingten Schädigung von Tumorzellen (Tumornekrose), Sauerstoffmangel (Tumorhypoxämie), Entwicklung eines sauren Zellmilieus (Azidose) und Nährstoffverarmung. Die Summe dieser Faktoren kann zum Absterben von Tumorzellen führen, wobei das gesunde Gewebe nicht geschädigt wird. Durch gleichzeitige Anwendung von zytostatisch wirksamen Substanzen in Form einer hyperthermen Peritonealperfusion (HIPEC) wird die Wirksamkeit der einzelnen Methoden - Hyperthermie, Chemotherapie - wesentlich verstärkt.

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